Deutsche Online-Spielerin erhält Glücksspiel-Verluste zurück

26. Oktober 2021
Eine deutsche Frau, die nach eigenen Angaben spielsüchtig ist, hat in einem Online-Casino mehr als 115.000 Euro verspielt. Dieses Geld muss ihr der verantwortliche Glücksspielanbieter nun zurückerstatten. Woran das liegt, erfahren Sie hier.

Online-Glücksspiel war ein knappes Jahrzehnt lang illegal in Deutschland. Erst im Sommer 2021 wurden Online-Casinos hierzulande zumindest teilweise legalisiert, nachdem der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft trat. Wer vorher Geld in einem Online-Casino verloren hat, kann sich diese Verluste unter Umständen erstatten lassen. Diese Rechtsauffassung vertrat nun auch das Landgericht (LG) Paderborn und sprach einer Online-Glücksspielerin die Erstattung ihrer kompletten Verluste in Höhe von mehr als 115.000 Euro zu.

Deutsche Glücksspiellizenz für Online-Glücksspiel in Deutschland nötig

Die spielsüchtige Westfälin hatte das Geld auf der Website www.ladbrokes.com verloren. Der Website-Betreiber, die LC International Ltd, hat zwar eine gültige Glücksspiellizenz. Diese wurde allerdings nicht von Deutschland, sondern von Malta ausgestellt. Mehrere deutsche Verwaltungsgerichte entschieden jedoch, dass Online-Glücksspielanbieter eine deutsche Lizenz benötigen, um hierzulande aktiv zu sein.

Das sah auch das Landgericht Paderborn so und sprach der Klägerin die komplette Erstattung ihrer Verluste in Höhe von mehr als 115.000 Euro zu. Die verantwortlichen Richter argumentierten, dass der mit der Klägerin abgeschlossenen Verträge über die Teilnahme am Online-Glücksspiel unrechtmäßig sei. Deshalb muss die LC International Ltd der Klägerin ihre komplette Verlustsumme erstatten.

Das Gericht machte klar, dass der deutsche Gesetzgeber ganz bewusst ein Verbot von Online-Casinos verhängt hatte. Dadurch sollte unter anderem gewährleistet werden, dass deutsche Verbraucher und Verbraucherinnen vor dem Suchtpotential von Glücksspiel geschützt werden. Sofern Online-Casinos die Gewinne behalten dürfen, die sie mit illegalem Glücksspiel in Deutschland verdienen, würde dies dem Willen des deutschen Gesetzgebers widersprechen.

Diese Rechte haben Online-Glücksspieler

Online-Spieler haben die Möglichkeit, eine Übersicht über ihre kompletten Ein- und Auszahlungen von den jeweiligen Online-Casinos zu erhalten. Die daraus resultierenden Verlustsummen können sich die Zocker anschließend mit Hilfe einer Rechtsanwaltskanzlei erstatten lassen. Der VSVBB unterstützt Verbraucher kostenfrei bei diesem Prozess und vernetzt diese bei Bedarf mit einer Rechtsanwaltskanzlei, die sich risikofrei um die Rückerstattung der Verluste kümmert.

Häufig unterstützen nämlich sogenannte Prozesskostenfinanzierer die Klagen von Online-Casino-Spielern. Prozesskostenfinanzierer übernehmen die vollständigen Verfahrenskosten von Schadensersatzklagen und beziehen lediglich im Erfolgsfall eine Provision, die sich in der Regel aus einem Betrag zwischen 15 und 25 Prozent der jeweiligen Entschädigung zusammensetzt.

Unterstützung für Spielsüchtige

Wenn Sie Probleme mit Spielsucht haben oder sich um Angehörige oder Freunde sorgen, finden Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Hilfe. Unter der kostenlosen Hilfe-Hotline 0800/1372700 erhalten Sie Informationen zu Hilfsangeboten rund um das Thema Spielsucht. Weitere Infos zum Thema Spielsucht finden Sie auf unserer Themenseite.

Mehr zum Thema: Online-Casinos

Online-Glücksspiel war in Deutschland jahrelang illegal und ist es auch heute noch in den meisten Fällen. Wer in den vergangenen Jahren Geld in einem Online-Casino verloren hat, kann sich diese Spielverluste daher erstatten lassen. Wir erklären, wie das geht.
Mehr erfahren