VSVBB-Behörden-Ranking: Deutschlands beliebteste Bürgerämter

11. April 2022
  • VSVBB analysiert 37.916 Bewertungen von 348 Bürger- und Meldeämtern in den 40 einwohnerreichsten Städten Deutschlands
  • In Augsburg, Kassel, Bielefeld und Frankfurt gibt es die beliebtesten Behörden
  • In 27 von 40 analysierten Städten haben sich die durchschnittlichen Behörden-Bewertungen in den letzten sechs Monaten verbessert

Berlin, 11. April 2022 – Behördengänge zählen sicherlich nicht zu den beliebtesten Alltagsbeschäftigungen der Deutschen. Doch in einigen deutschen Städten sind die Bürger deutlich zufriedener mit ihren Behörden als in anderen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Verbraucherschutzvereins Berlin/Brandenburg (VSVBB). Der VSVBB hat zum zweiten Mal die Bewertungen von Behörden, in denen Ausweis- und Meldeangelegenheiten erledigt werden können, untersucht. Dabei stellte der Verein erneut große regionale Unterschiede bezüglich der Beliebtheit der analysierten Ämter fest.

Viel Bewegung in den Top-Plätzen des Rankings, wenig Veränderungen auf den hinteren Rängen

Seit der Veröffentlichung des letzten VSVBB Behörden-Rankings im Oktober 2021 wurden fast 6000 neue Behörden-Bewertungen online abgegeben. Zu den größten Gewinnern der aktuellen Untersuchung zählen die Augsburger Ämter, die sich im Schnitt um 0,07 Sterne verbessern konnten und nun mit einer durchschnittlichen Bewertung in Höhe von 4,15 von 5 möglichen Sternen den ersten Platz des VSVBB-Rankings belegen.

Aber auch hinter Augsburg gab es viel Bewegung in der Rangliste: So landet Kassel mit 4 Sternen auf Platz 2 (vorher Platz 6). Außerdem springt Bielefeld (3,98 Sterne) von Rang 9 auf Rang 3 und teilt sich die Bronze-Medaille mit den Frankfurter Behörden, die diese Platzierung innerhalb des letzten halben Jahres verteidigen konnten. Komplett neu in der Top Ten des VSVBB-Rankings sind Münster (3,92 Sterne, Platz 7) und die Bundeshauptstadt Berlin (3,90 Sterne, Platz 9).

Auf den hinteren Rängen des Rankings verändert sich hingegen nur wenig. Mönchengladbach liegt weiterhin abgeschlagen auf dem letzten Platz (2,52 Sterne). Duisburg (2,71 Sterne) rutscht trotz einer Verbesserung in Höhe von 0,08 Sternen auf den vorletzten Platz ab. Bonn (2,75 Sterne) steigt im Gegenzug von Platz 39 auf Platz 38 auf. Auch die Behörden in Köln (2,78 Sterne), Bremen (2,81 Sterne), Dortmund (2,95 Sterne) und München (2,97) werden allesamt weiterhin im Schnitt mit weniger als 3 Sternen bewertet.

Behörden in Krefeld, Bonn und Hamburg verbessern Bewertung am meisten

Insgesamt werden die Behörden in 27 der 40 analysierten Städte im Durchschnitt besser bewertet als noch vor sechs Monaten. Die größte Verbesserung gab in Krefeld, wo die dortigen Behörden nun mit 3,56 statt vorher 3,36 von 5 möglichen Sternen bewertet werden. Auch in Münster und Hamburg zeigt die Beliebtheitskurve der Behörden besonders stark nach oben (jeweils +0,13 Sterne). Die größten Verschlechterungen gab es hingegen in Wuppertal (-0,71 Sterne), Nürnberg (-0,09 Sterne) und Dresden (-0,06 Sterne).

Dabei muss jedoch beachtet werden, dass der Wuppertaler Wert vor allem deshalb zustande kommt, da bei dem aktuellen Ranking erstmals auch die Bewertungen des Einwohnermeldeamtes in Wuppertal berücksichtigt wurden. Diese Behörde beeinflusst die sonst guten Bewertungen der vier Wuppertaler Bürgerbüros (durchschnittlich 4,56 Bewertungen) mit einer Durchschnittsbewertung in Höhe von 3,5 Sternen bei 680 abgegebenen Bewertungen sehr negativ.

Bestbewertete Behörde in Braunschweig, Dortmunder Behörde führt Negativ-Ranking an

Tatsächlich landet das Wuppertaler Bürgerbüro Ronsdorf mit einer durchschnittlichen Bewertung in Höhe von 4,8 Sternen sogar erneut unter den bestbewerteten Behörden des Landes (mit mindestens zehn Bewertungen). Im Rennen um den Titel als beliebteste Behörde Deutschlands muss sich das Wuppertaler Amt nur knapp der Bezirksgeschäftsstelle West in Braunschweig geschlagen geben (4,9 Sterne).

Unter den Behörden mit den negativsten Bewertungen gibt es hingegen eine Wachablösung: Seit dem letzten VSVBB-Behörden-Ranking im Oktober 2021 steigerte die Ortsverwaltung Nordenstadt in Wiesbaden die eigenen Bewertungen von 1,9 Sternen auf 2,8 Sterne. Dadurch gibt die Wiesbadener Behörde die rote Laterne an das Dienstleistungszentrum der Dortmunder Bürgerdienste (2 Sterne) ab. Den zweiten Platz dieses Negativ-Rankings teilen sich die derzeit geschlossene Bürgerberatung Dornberg in Bielefeld und das Stadtteilbürgeramt Hassee in Kiel (jeweils 2,1 Sterne).

VSVBB-Vorsitzender fordert Städte auf, auf sinnvolle Kritik zu reagieren

“Während sich Restaurants, Einzelhändler und stationäre Dienstleister um zufriedene Kunden und positive Bewertungen im Netz bemühen, scheint dies bei Deutschlands Behörden aufgrund ausbleibender Konkurrenz oftmals nicht der Fall zu sein. Unsere Analyse zeigt eindeutig, dass viele Bürger in Deutschland weiterhin sehr unzufrieden mit ihren Behörden sind”, kommentiert Florian-Erik Eichhorn, Vorsitzender des VSVBB. Er ergänzt:

“Immerhin können wir vom VSVBB einen positiven Trend erkennen, wenn es um die Beliebtheit von Deutschlands Behörden geht. So haben sich die durchschnittlichen Bewertungen der Behörden in 27 von 40 analysierten Städten in den letzten sechs Monaten verbessert und auch der städteübergreifende Durchschnitt ist leicht angestiegen.

Allerdings sehen wir auch weiterhin Verbesserungspotential, denn noch immer erhalten die Behörden in knapp der Hälfte aller analysierten Städte im Schnitt Bewertungen in Höhe von weniger als 3,5 von 5 Sternen. Daher sollten die jeweiligen Stadtverwaltungen unbedingt herausfinden, was ihre Bürger aktuell an der Behördenarbeit bemängeln und mit geeigneten Maßnahmen auf sinnvolle Kritik reagieren. Dass es möglich ist, eine hohe Beliebtheit der eigenen Ämter zu erreichen, beweisen Städte wie Augsburg und Kassel eindrucksvoll.”

Sämtliche relevanten Daten der Analyse sowie Informationen zur Untersuchungsgrundlage stehen unter dem nachfolgenden Link bereit:
https://www.vsvbb.de/behoerden-ranking-2022/

Über den VSVBB

Regelmäßig täuschen und betrügen große Unternehmen ahnungslose Verbraucher. Die durch Wirtschaftskriminalität verursachten Schäden betragen Jahr für Jahr mehrere Milliarden Euro. Doch viele Verbraucher trauen sich nicht, sich juristisch gegen erlebte Ungerechtigkeiten zu wehren oder wissen nicht, wie sie dies bewerkstelligen können. Der Verbraucherschutzverein Berlin/Brandenburg (VSVBB) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, genau hier Abhilfe zu schaffen und Verbraucher bundesweit über ihre Rechte zu unterrichten und aufzuklären. Mittelfristig möchte der Verein zudem aktiv an der politischen Gestaltung von Verbraucherrechten in Deutschland, insbesondere im digitalen Raum, partizipieren. Der VSVBB ist ein bundesweit tätiger, unabhängiger, gemeinnütziger und demokratisch organisierter Verein mit Hauptsitz in Berlin.