Flughafen-Ranking: Parkpreise an deutschen Airports heben ab

13. Juli 2022
  • VSVBB analysiert Parkplatzpreise an 16 der größten deutschen Airports
  • Parkplatzpreise sind im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um mehr als 20 Prozent gestiegen
  • 30-minütiges Kurzzeitparken kostet teilweise mehr als ein Flugticket

 

Berlin, 13. Juli 2022 – An vielen deutschen Airports herrscht aktuell Chaos. Die erste negative Überraschung erwartet einige Reisende allerdings bereits vor dem Betreten des Flughafengebäudes: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Parkpreise an 16 der größten Flughäfen in Deutschland nämlich durchschnittlich um mehr als 20 Prozent erhöht worden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Verbraucherschutzvereins Berlin/Brandenburg (VSVBB).

 

VSVBB stellt massive Preisunterschiede zwischen den Airports fest

Im Schnitt müssen Reisende an deutschen Flughäfen aktuell rund 51 Euro pro Woche für den günstigsten terminalnahen Parkplatz bezahlen. 2021 lag dieser Wert noch bei 42 Euro. Auch die Preise für die teuersten Parkplätze haben sich von durchschnittlich 143 Euro auf fast 177 Euro pro Woche erhöht. Zwischen den analysierten Airports stellte der VSVBB jedoch massive Preisunterschiede fest

An den Airports Dresden und Leipzig/Halle können Flugreisende bereits ab 15 Euro pro Woche nah am Terminal parken. Das ist der niedrigste Wert der Analyse. Am Hamburger Flughafen werden für das gleiche Angebot mindestens 89 Euro aufgerufen. Auch in Dortmund und München (jeweils 87 Euro) sind die niedrigsten Preise für terminalnahe Parkplätze an den jeweiligen Flughäfen besonders hoch.

Vergleichsweise günstig ist das Parken hingegen auch am Airport Köln/Bonn. Wer seinen Parkplatz vorab online bucht, zahlt dort im besten Fall 29 Euro pro Woche. Kurios: Das einstündige Parken in der sogenannten Kiss&Fly-Zone am Flughafen Köln/Bonn kostet 35 Euro und somit 6 Euro mehr als der günstigste terminalnahe Parkplatz für eine Woche. Immerhin können sich Abholer und Bringer in diesem Bereich zehn Minuten lang kostenfrei aufhalten.

 

Gleicher Preis: Eine halbe Stunde parken oder ein Flugticket nach Barcelona?

Generell stellte der VSVBB bei den Preisen für das Kurzzeitparken besonders drastische Erhöhungen an deutschen Airports fest. Das einstündige Parken in der Kiss&Fly-Zone kostete deutsche Verbraucher im vergangenen Jahr noch durchschnittlich 9 Euro. In diesem Jahr werden bereits 12 Euro pro Stunde fällig.

Besonders stark fiel die Preiserhöhung am Stuttgarter Flughafen aus: Noch im vergangenen Jahr mussten Stuttgarter mit 7 Euro pro Stunde unterdurchschnittlich wenig für das Parken direkt vor dem Terminal bezahlen. Mittlerweile dürfen sich Stuttgarter Autofahrer nur noch 30 Minuten in diesem Kurzzeit-Parkbereich aufhalten und dafür werden bis zu 40 Euro fällig. Für diesen Preis könnten Stuttgarter aktuell spontan ein Ticket für einen Flug nach Barcelona, Mallorca oder London erwerben.

Im Zuge der Preiserhöhung ging der Stuttgarter Airport aber auch einen Schritt auf die betroffenen Verbraucher zu und erhöhte die kostenfreie Parkdauer in der Kiss&Fly-Zone von drei auf acht Minuten. Autofahrer, die mehr Zeit benötigen, können ihre Fahrzeuge alternativ in den terminalnahen Parkhäusern am Stuttgarter Flughafen für 5,50 Euro pro Stunde abstellen.

 

Die teuersten Flughafen-Parkplätze gibt es in Stuttgart, Düsseldorf und Hamburg

Kostspielig ist das Parken am Stuttgarter Airport allerdings nicht nur in der Kurzzeit-Parkzone. Wer vor dem eigenen Urlaub keinen Parkplatz vorab reserviert hat und dennoch terminalnah parken möchte, muss in Stuttgart im schlimmsten Fall mit Kosten in Höhe von 294 Euro pro Woche in den Parkhäusern P3 und P5 rechnen – Höchstwert der Analyse.

Knapp hinter Stuttgart platzieren sich in dieser Kategorie die Flughäfen Düsseldorf (266 Euro) und Hamburg (245 Euro), wobei Reisende in Düsseldorf für diesen Preis kostenfreien Lounge-Zugang inklusive Essen und Getränken erhalten. Der Flughafen Frankfurt (234 Euro) und der Flughafen Köln/Bonn (231 Euro) komplettieren die Liste der fünf deutschen Airports mit den teuersten Flughafen-Parkplätzen. An keinem anderen Flughafen kostet das Parken mehr als 200 Euro pro Woche.

 

VSVBB-Vorsitzende rät: Parkplatz vorab reservieren, Parkhäuser statt Kiss&Fly-Zone nutzen

“Steigende Preise machen Verbrauchern aktuell in fast allen Lebenslagen zu schaffen. Unsere Analyse zeigt, dass auch die Parkplatzpreise an deutschen Airports im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt enorm erhöht wurden”, kommentiert die erste Vorsitzende des VSVBB, Angelika Menze. Sie ergänzt:

“Wir vom VSVBB empfehlen, die sogenannte Kiss&Fly-Zone nur zu nutzen, wenn diese auch schnell wieder verlassen werden kann. Ist beispielsweise noch unklar, wann das Gepäck des Abzuholenden ankommt, sollte lieber ein Parkhaus am Flughafen angesteuert werden. Diese sind meist zwar etwas weiter vom Terminal entfernt, dafür aber im Normalfall auch deutlich günstiger.

Wer vorhat, sein Auto länger am Flughafen stehen zu lassen, sollte zudem unbedingt vorab prüfen, ob die Online-Reservierung eines Parkplatzes vor Ort möglich ist. Oftmals sind auf diesem Weg hohe Einsparungen möglich. Reisende, die kein Problem mit längeren Wegen haben, können häufig sogar noch mehr Geld sparen, wenn sie auf weiter entferntere Flughafen-Parkplätze setzen. Nicht selten ist bei entsprechenden Angeboten sogar ein kostenfreier Transfer zum jeweiligen Terminal im Preis inbegriffen.”

 

Sämtliche relevanten Daten der Analyse sowie Informationen zur Untersuchungsgrundlage stehen unter dem folgenden Link bereit: https://vsvbb.de/flughafen-parkplatz-preise-2022/

Über den VSVBB

Regelmäßig täuschen und betrügen große Unternehmen ahnungslose Verbraucher. Die durch Wirtschaftskriminalität verursachten Schäden betragen Jahr für Jahr mehrere Milliarden Euro. Doch viele Verbraucher trauen sich nicht, sich juristisch gegen erlebte Ungerechtigkeiten zu wehren oder wissen nicht, wie sie dies bewerkstelligen können. Der Verbraucherschutzverein Berlin/Brandenburg (VSVBB) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, genau hier Abhilfe zu schaffen und Verbraucher bundesweit über ihre Rechte zu unterrichten und aufzuklären. Mittelfristig möchte der Verein zudem aktiv an der politischen Gestaltung von Verbraucherrechten in Deutschland, insbesondere im digitalen Raum, partizipieren. Der VSVBB ist ein bundesweit tätiger, unabhängiger, gemeinnütziger und demokratisch organisierter Verein mit Hauptsitz in Berlin.